3D-Druck Ausstellung in Budapest: GigamaX3D und parametric | art und der Budapest 3D Printing Days 2014

Letzte Woche fand der bedeutendste mittel-eurpaeische 3D-Druck Veranstaltung in Budapest statt, parametric | art und GigamaX3D waren mal auch dabei als Aussteller, Vorträger und ich habe auch zwei Workshops in Themen Open-source 3D-Druck und Generatives Entwerfen für 3D-Druck gemacht. Interessierte konnten einem 3D-Drucker bei der Arbeit zuschauen und sich sogar selbst individuelle Produkte herstellen lassen.

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Die Veranstaltung lief vom 5. bis zum 7. Juni, am Sonntag sind schon die Messestände abgebaut worden. Neben die atemberaubende 3D-gedruckte Beispielprodukte, professionelle oder hobby 3D-Drucker fanden aber auch faszinierende Gespräche und Vorstellungen vom Industriefachleute und Forscher statt. Die 3D thematischen Tage waren wirklich interessant und professionell organisiert, ich konnte mir kaum vorstellen, dass das 3D-Drucken in Ungarn so weit berühmt und vertrieben sein kann.

Die über 30 Aussteller kamen alle vom Bereich des 3D-Drucks, meisten von Ihnen waren kleinere start-ups mit günstigen FDM-Drucker und 3D-Scannen, Firma Varinex (link) aus Ungarn hat aber auch für die Interessierte des professionellen Bereichs auch was zeigen können. Voriges Jahr war mein parametric | art Stand der Nachbar von Varinex, so haben wir uns dieses Jahr mit den industriellen 3D-Druck-Spezialisten als Bekannten begrüsst.

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Die grösste Produktlinie ist offensichtlich von GigamaX3D vorgeführt, sie haben sogar 4 verschiedene 3D-Druckmaschinen ausgestellt, vom Eintritts-Level 3D-Drucker bis zum professionellen FDM-Druckern wie zum Beispiel der Leapfrog Creatr XL 3D-Drucker oder der günstige K8200 open-source 3D-Drucker. Im Rahmen der open-source 3D-Druck Workshop konnten die Interessierte die selbstgebaute RepRap 3D-Druckmaschinen kennenlernen, manche waren wirklich überrascht, dass man sich schon für weniger als 600 Euros einen 3D-Drucker mit einem Bauvolumen von 20 x 20 x 20 cm besorgen kann.

 

Das niederländische Unternehmen Leapfrog, brachte mit dem Creatr Dual 3D Printer einen äußerst hübschen Fused Filament Fabrication (FFF) 3D Drucker auf dem Markt. Nach mehreren Wochen mit Testen und Kalibrieren kann man feststellen, dass die Konstruktion massiv und vom besten Qualität ist, leider steht aber zur Zeit noch kein passendes Software-Paket zu Verfügung um den Metall-Hardware wirklich gut kontrollieren zu können.

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Der Hersteller empfehlt ein einfaches Programm, den Simplify für etwa 100 Euros, dafür bekommt man aber gar keine professionelle Lösung für Steuerung des 3D-Druckers. Lieber bleibt man beim kostenlosen und sogar open-source Printrun oder Repetier Host-Software mit einem beliebten Slic3r-Programm wie zum Beispiel Slic3r, Cura oder Kisslicer. Meiner Meinung nach lohnt es sich gar nicht für Simplify Geld ausgeben, bis der Arduino-based Kontroller des 3D-Druckers mit open-source 3D-Druck-Programme funktionieren kann.

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Das Gerät funktioniert nach dem Prinzip des »Fused Deposition Modeling« (FDM), auch »Schmelzschichtung« genannt. Bei diesem Verfahren (FDM 3D-Druck) wird ein Werkstück zunächst am Computer erzeugt und dann schichtweise aus schmelzfähigem Kunststoff aufgebaut. Der Prozess kann jederzeit angehalten werden. Dadurch können hochkomplexe Endprodukte hergestellt werden: von transparenten oder bunten Modellen bis hin zu Produkten mit eingelegten Magneten oder Leuchtfolien ist vieles möglich.

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Die Unterschiede zwischen 3D-Druck mit FDM-Technologie und konventionelles Spritzguss werden vor allem bei geringer Produktionszahl deutlich. In kleineren Serien oder sogar als Einzelanfertigung und Protofabrikation können die Prototypen oder Produkte durch FDM-Drucker viel günstiger hergestellt werden. Die tolleste Sache im 3D-Druck ist – meiner meinung nach – dass es eine komplexere und individuellere Gestaltung dem Künstler, digitales Skulptur oder Designer zur Verfügung stellt und dadurch eignet sich FDM beispielsweise, um eine Geschäfts- oder Produktidee zu erproben und testen, ohne gleich eine große Menge an Testprodukten produzieren zu müssen. Der meistens verwendete Kunststoff, Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS 3D-Druck Filament), ist zudem wiederverwendbar und damit nachhaltig. Wenn man aber sich ein bisschen um unsere Umwelt kümmert, kan auch mit sogenanntem Bioplastik 3D-Drucken! Das biologisch abbaubare 3D-Druck Material kann mit den moisten 3D-Duckmaschinen benutzt warden, steht in aller Farben zur Verfügung und ist biologisch abbaubar und dadurch umweltfreundlich.

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Für Privatpersonen, Architekten, Designer und Bastler kann der 3D-Druck wirklich nützlich sein. Tatsaechlich nach den Ideen und Wünschen des Auftraggebers ist es zum Beispiel erreichbar, individuellen 3D-gedruckten Schmuck, Wohnaccessoires wie die ‘Flow’ generative 3D-gedruckte Lampenschirme von parametric | art oder auch Plastik-Ersatzteile für Haushalts- oder Elektrogeräte zu produzieren. Dank FDM ist der kaputte Backofengriff zum Beispiel schnell ersetzt.

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Es ist schön, dass man für den Preis eines Laptops kaufen kann, die Frage bleibt aber noch: was soll ich mit meinem 3D-Drucker drucken? Natürlich stellen zahlreiche Webseiten herunterladbare 3D-Modelle zur Verfügung, wenn man aber etwas persönliches selbst entwerfen möchte, sieht die Situation nicht mehr so einfach aus. 3D-Modellierungs-Programme wie zum Beispiel Rhino + Grasshopper oder Blender sind komplizierte Werkzeuge für Profis, im Rahmen des Workshops von parametric | art ‘generatives Entwerfen für 3D-Druck’ konnten die Teilnehmer aber ein paar einfache Tips und Tricks erlernen, wie sie organische Formen mit der Hilfe von mathematischen Algorithmen erstellen können. Die parametrischen Geometrien können mit der Hilfe eines 3D-Druckers in wenigen Stunden auch realisiert werden.

 

Der Trend geht beim 3D-Druck klar von Prototypen und Modellen hin zu fertigen, hochkomplexen Endprodukten. Eine Fülle an Möglichkeiten und ein großes Anwendungsspektrum machen das Verfahren zu einer zukunftsfähigen Technologie, die dank der Veranstaltung von Design Terminal schon heute aus nächster Nähe erlebt werden kann.

 

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Es gab noch zahlreiche Aussteller, die vom Bereich Design und 3D-Druck kamen, einer meinen Favoriten waren die Jungs von Akemake, ein czechischer Start-up mit sehr innovativen Ideen. Sie haben der allererste 3D-gedruckte Holz-Lautspraecher auch mitgebracht, den man kostenlos von der Akemake Webseite herunterladen kann, um selbst 3D-drucken zu können. Auf der Webseite findet man auch eine Anleitung, wie man nach dem 3D-Druck den funktionierenden Lautsprecher zusammenstellen kann. Die Jungs haben es mit einem Leapfrog Creatr 3D-gedruckt, mit einem ganz atemberaubenden 3D-Druck Material, aus Holz (!!!). In meinem ungarischen Blog habe ich schon mehrmals über meine Experimenten mit Holz-Filament (Laywoo3D) geschrieben, das neue Material von Fillamentum sieht aber einfach Klasse aus! Zum Glück habe ich irgendwelche Samples von Fillamentum bekommen, so werde ich in der Zukunft das czechische Holz-Filament auch mal probieren.

 

Der polnische Zmorph hat auch ihren Kuchen-Drucker mitgebracht, Besucher konnten die 3D-gedruckten und gebackenen Kuchen auch kosten. Zmorph hat auch ein eigenes Software für ihren Schokoladen- nd Kochendrucker entwickelt, zur Zeit steht Voxeliser als kostenloser Download zur Verfügung, muss mal auch unbedingt probieren. Parametric | art 3D-Druck hat sowohl mit Akemake und Fillamentum als auch mit ZMorph und GigamaX3D interessante Plaene für die Zukunft, der Designer von Akemake ist ja auch ein grosser Grasshopper-Fan wie ich.

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GigamaX 3D presentierte die neuesten Leapfrog Grossformat-3D-Drucker, sowie der Creatr XL 3D-Drucker und der professionelle 3D-Drucker, der Leapfrog Xeed. Sie haben auch ein kostanloser 3-stundiger Workshop über open-source 3D-Drucken gehalten, es war wirklich interessant die verschiedene selbstgebaute 3D-Druckmaschinen bei der Arbeit besichtigen zu können.

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Hoffentlich werden wir mit den neuen Bekannten bald wieder treffen, um weitere tolle Spitzenveranstaltungen wie der Budapest 3D Printing Days 2014 in Design Terminal teilnehmen zu können!

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